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5.1 Prospektion in Mechernich

 

5.1.1 Meßgebiet

Die erste Prospektion, die als Testmessung zu verstehen ist, wurde im Februar diesen Jahres in Mechernich/Eifel durchgeführt. Ihr ging zunächst eine archäologische Prospektion der WIBAgif e.V. im Auftrag der Stadt Mechernich voraus. Diese Prospektion wurde vom Rheinischen Landesamt für Denkmalpflege angeordnet, da die Stadt Mechernich plant, hier ein Gewerbegebiet entstehen zu lassen. Aufgrund eines Luftbildes besteht der Verdacht, daß sich auf einem Teilgebiet des geplanten Gewerbegebietes eine kreisförmige Grabenanlage befindet. Sie wird innerhalb des Kreises in Abbildung 5.1 vermutet. Das Meßgebiet ist als schwarzes Feld dargestellt.

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Abbildung 5.1: Lage des Meßgebietes in Mechernich. Süden befindet sich oben. Die Kantenlänge der eingezeichnet Planquadrate beträgt jeweils tex2html_wrap_inline5046. Das Meßgebiet befindet sich schwarz markiert im Kreis.

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Abbildung 5.2: Meßfelder in Mechernich. Die Linienabstände auf Feld I betrugen tex2html_wrap_inline5048. Auf den Feldern II und III betrugen sie tex2html_wrap_inline5050. Die Profile wurden bidirektional beginnend mit der Nord-Süd-Richtung abgegangen.

Da die Lage der Grabenanlage nur ungefähr bekannt ist und es sich um eine erste Testmessung handelte, wurde das Meßgebiet nach den Gesichtspunkten der guten Zugänglichkeit und Prospektierbarkeit ausgewählt. Insgesamt wurden drei Meßfelder angelegt, deren Profile allesamt in Nord-Süd-Richtung verlaufen.

Das erste Testfeld ist quadratisch und hat eine Kantenlänge von tex2html_wrap_inline5014. Die Testfelder II und III sind Parallelogramme, deren Grundseiten tex2html_wrap_inline5054 bzw. tex2html_wrap_inline5014 lang sind. Die Höhe der Parallelogramme beträgt jeweils tex2html_wrap_inline5058, die Profillängen betragen tex2html_wrap_inline5014. Für das erste Feld wurde ein Profilabstand von tex2html_wrap_inline5048 gewählt, bei den beiden anderen Feldern liegen die Profile tex2html_wrap_inline5050 auseinander. Abbildung 5.2 zeigt die Lage der Meßfelder. Hierbei ist zu beachten, daß sich bei dieser Abbildung Süden oben befindet. Die Meßfelder wurden zusätzlich in die Karte 5.1 eingezeichnet. Das Meßgelände besteht aus einer ebenen Wiese, die gut begehbar ist. Topographische Geländegegebenheiten müssen hier also nicht berücksichtigt werden.

5.1.2 Durchführung der Messung

Die Messungen wurden auf allen Feldern mit einem Meßintervall von tex2html_wrap_inline4754 durchgeführt. Der Abstand des unteren Sensors zum Boden betrug tex2html_wrap_inline4726. Der vertikale Abstand der Sensoren wurde auf tex2html_wrap_inline4724 eingestellt. Hierbei ist zu beachten, daß durch das Tragen des Magnetometers und die damit verbundenen Bewegungen ein Fehler in der Bodenhöhe entsteht, der größenordnungsmäßig mit tex2html_wrap_inline5076 abgeschätzt werden kann.

Jede Linie wurde durch ein Maßband aus Kunststoff gekennzeichnet. Die Positionierung der Meßwerte erfolgte durch Betätigen des Markenknopfes während des Vermessens nach jeweils einer Schrittlänge. Diese sehr ungenaue Positionierung hat große Fehler zur Folge. Sie können je nach Schrittgeschwindigkeit und Schrittlänge bis zu tex2html_wrap_inline5048 betragen. Da es sich hierbei aber um eine Testmessung zur Überprüfung des Gerätes handelte, wurden diese in Kauf genommen. Dennoch wurden später die Positionierungsfehler, die durch das Messen in Bewegung entstehen, korrigiert.

Ein weiterer Fehler entsteht durch seitliche Abweichungen beim Vermessen der einzelnen Profile, da es fast nicht möglich ist, genau geradeaus zu laufen. Dieser Fehler muß aber toleriert werden, da ein diskretes Vermessen eines Profils viel mehr Zeit in Anspruch nehmen würde, als die von uns verwendete Methode. Diese Abweichungen betragen aber selten mehr als tex2html_wrap_inline5080 nach links und nach rechts. Sie werden nicht korrigiert, da sie schwer erfaßbar sind.

Feld I

Die Meßwerte auf dem ersten Feld schwanken zwischen tex2html_wrap_inline5082 und tex2html_wrap_inline5084. Um auch kleinere Strukturen erkennen zu können und die Helligkeit des Bildes anzuheben, wurde zur Darstellung von Feld I (Abbildung 5.3) ein Intervall von tex2html_wrap_inline5086 bis tex2html_wrap_inline5084 gewählt. Im oberen Teil des Plots ist eine relativ große negative Anomalie zu erkennen. Sie hat einen Durchmesser von ca. tex2html_wrap_inline5038 und ihr Minimum beträgt tex2html_wrap_inline5082. Neben weiteren kleineren Anomalien sind in dieser Darstellung sonst keine Strukturen zu erkennen. Insbesondere können keine Anomalien ausgemacht werden, die auf eine Grabenstruktur hinweisen.

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Abbildung 5.3: Korrigierte Daten des ersten Feldes in Mechernich im Graustufenplot von tex2html_wrap_inline5086 bis tex2html_wrap_inline5084

Feld II

Feld II wurde nach dem selben Prinzip wie Feld I vermessen. Abbildung 5.4 zeigt die korrigierten Daten. Die größere Anomalie im rechten unteren Teil des Graustufenplots ist auf einen Eisen-Hering zurückzuführen, der bei der Vermessung des Gebietes zur Befestigung des Maßbandes benutzt wurde. Er diente als Testbeispiel einer bewußt eingebrachten Fe-Störung. Auch in diesem Feld können keine Grabenstrukturen ausgemacht werden.

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Abbildung 5.4: Korrigierte Daten des zweiten Feldes in Mechernich im Graustufenplot von tex2html_wrap_inline5086 bis tex2html_wrap_inline5084

Feld III

Die Anomalien des dritten Meßfeldes liegen in einem Bereich von tex2html_wrap_inline5114 bis tex2html_wrap_inline5116. In diesem Intervall erfolgt auch die Darstellung als Graustufenplot (Abbildung 5.5). Die relativ großen Positionierungsfehler dieses Feldes rühren daher, daß die Markenpositionen in Bezug auf den Körper des Vermessers und nicht in Bezug auf die Sensorpositionen gesetzt wurden. Da sich die Sensoren in einem Abstand von tex2html_wrap_inline4724 zum Körper befinden, resultiert ein zusätzlicher Positionierungsfehler von tex2html_wrap_inline5038. In der unteren Bildhälfte erkennt man eine Struktur, die nur von einem Gegenstand sehr großer remanenter Magnetisierung hervorgerufen werden kann. Hierfür sprechen zum einen die Größe der Anomalie und zum anderen die Form und Ausrichtung der Anomalie. Für diese Anomalie wird in Abschnitt 6.2.1 ein theoretischer Störkörper modelliert.

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Abbildung 5.5: Korrigierte Daten des dritten Feldes in Mechernich im Graustufenplot von tex2html_wrap_inline5114 bis tex2html_wrap_inline5116

 

 


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Peter Kretz
Thu Oct 2 17:31:53 CEST 1997