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Zusammenfassung

Im Rahmen dieser Arbeit wurden zwei spezielle Methoden der Röntgenfluoreszenzanalyse in einem Experiment zusammengefügt. Dabei wurden die Vorteile, die beide Methoden gegenüber der üblichen XRF bieten, genutzt, um die Sensitvität der Messungen zu steigern. Die SYXRF, die bereits seit längerem in Bonn angewendet wird, zeichnet sich vor allem durch die Art der Anregung aus. Bei der Synchrotronstrahlung handelt es sich um sehr intensive und natürlich kollimierte Strahlung, deren Spektrum sich anhand der Maschinenparameter berechnen läßt. Der hohe Polarisationsgrad bietet zudem die Möglichkeit, die Streustrahlung in der Ringebene zu unterdrücken. Dahingegen wird bei der TXRF die Sensitivität durch eine abgeänderte Meßgeometrie gesteigert. Die Probe bzw. ein Objektträger mit aufliegender Probe wird durch einen kollimierten Strahl im streifenden Einfall angeregt. Diese Art der Anregung bietet den Vorteil, daß der Strahl ab einem material- und energiebedingten Grenzwinkel totalreflektiert wird und kaum noch in den Reflektor eindringt. Dies führt zu einer Unterdrückung der Untergrundstrahlung aus der reflektierenden Materie. Die Methode ist äußerst oberflächensensitiv, da die Eindringtiefe im Bereich der Totalreflektion stark winkelabhängig ist. Wird eine Probe auf einem Objektträger untersucht, so wird zudem die anregende Intensität über der reflektierenden Oberfläche des Objektträgers um den reflektierten Anteil verstärkt.
Die Messungen fanden am SYXRF Meßplatz am Bonner Elektronenspeicherring ELSA statt. Der Meßaufbau wurde hierzu nur geringfügig modifiziert. Allerdings war zu bedenken, daß die Elektronenstrahlverteilung bei ELSA weiter ausgedehnt ist als bei vergleichbaren Beschleunigern. Dies führte zu einer höheren Divergenz der Synchrotronstrahlung, als im Normalfall zu erwarten gewesen wäre.
Im Rahmen dieser Arbeit wurde ein Programmpaket erstellt, mit dem sich unter anderem die Reflektivitäten beliebiger Materialien und die anregenden Intensitäten unter Berücksichtigungen von Reflektoren im Strahl berechnen lassen. Das Programm bietet zudem die Möglichkeit, die speziellen Strahleigenschaften von ELSA zu berücksichtigen.
Um den höherenergetischen Anteil des Spektrums zu unterdrücken, wurde bei einigen Messungen ein Cutoff Spiegel verwendet. Die meisten TXRF Messungen fanden jedoch mit dem vollen Synchrotronspektrum statt, dessen Intensität von seiner Natur aus bereits zu hohen Energien stark abfällt.
Die TXRF mit Synchrotronstrahlung bietet die Möglichkeit, geringste Probenmengen auf ihre relativen Elementzusammensetzungen hin zu untersuchen. Als erster Test im Rahmen der Archäometrie wurden verschiedene Ölfarben untersucht, denen nach der sogenannten 'Q-Tip' - Methode geringe Proben entnommen wurden. Anhand von Probenmengen im tex2html_wrap_inline3181 Bereich konnten die jeweiligen Pigmente eindeutig identifiziert werden. Eine andere Anwendung der Methode war die Untersuchung von Spurenelementanteilen in organischem Material. Die relativen Spurenelementzusammensetzungen, die mit der TXRF gemessen wurden, entsprachen hierbei den bei einer konventionellen SYXRF Messung festgestellten. Als Test der Oberflächensensitivität wurde ein beschichteter Wafer untersucht, um die Schichtdicken abzuschätzen.
Die Experimente zeigten, daß sich an ELSA trotz der teilweise hohen Strahldivergenz TXRF Messungen mit Synchrotronstrahlung durchführen lassen.


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Anno Hein
Fri Apr 4 12:36:40 CEST 1997